SuSE 10.3 – So bitte nicht

<meta content="text/html; charset=utf-8" http-equiv="CONTENT-TYPE" /><title /><meta content="OpenOffice.org 2.3 (Linux)" name="GENERATOR" /> <style type="text/css"> </style>Lange haben sich die Entwickler Zeit gelassen, um SuSE Linux 10.3 auf den Markt zu bringen. Sieben Monate vergingen seit der ersten Alpha, doch zum Schluss musste es offenbar schnell gehen. Früher als Mandriva und früher als Ubuntu sollte das Release auf den Markt kommen, denn alle drei Hersteller werden im Oktober mit neuen Versionen ihrer Distribution aufwarten. Nun, vielleicht war es zu schnell. Stimmt es, was man munkelt, und aus Release-Candidate 1 wurde plötzlich die finale Version, dass ist das, was ich nun zu berichten habe, wahrlich kein Wunder. Doch vielleicht ist es auch nur eine kleine Sage nebenbei, und die Entwickler haben auch die Final in den Sand gesetzt ... wer weiß. Denn folgende Begebenheit trug sich zu:

Die Installation von SuSE Linux 10.3 erfolgte auf einem Notebook mit absoluter Standard-Ausstattung:

  • Intel Pentium M 1,7 GHz.
  • 1024 MB RAM
  • SCSI-Festplatte mit knapp 19 GB freiem Speicher auf einer eigens eingerichteten Partition.
  • DVD-Brenner
  • W-LAN und Shared Grafik mit 128 MB RAM (915) von Intel
  • LAN
  • 15,4 Widescreen-Monitor

Nichts, was eine moderne Distribution aus dem Takt bringen könnte, kein exotisches Gerät. Standardware von der Stange, schließlich schreibe ich auf dem Notebook meine Romane, höre ein bisschen Musik und schaue ab und an eine DVD. Mehr nicht.

Schon zu Beginn der Installation machte SuSE 10.3 Probleme. Zwar bot er mir an, meine Netzwerke zu aktivieren, damit ich gleich verschiedene Paketquellen hinzufügen könne. Doch weder das W-LAN noch das LAN ließen sich in Betrieb nehmen.

Nun gut, sagte ich mir, machen wir die Installation fertig. Dann wird das W-LAN schon gehen.

Süß sind die Träume des Installierenden. Denn auch nach der Installation wollte keines der beiden Netzwerke. Es dauerte eine halbe Stunde (sic), bis ich eine W-LAN verbindung aufbauen konnte. Das LAN funktionierte bis zum Schluss nicht. Besonders bemerkenswert war dabei, dass ich auf der Konsole nicht mit den bekannten Befehlen ifup/ ifdown arbeiten konnte. Diese sind von SuSE offenbar deaktiviert, denn es kommt die Meldung, man solle bitte den Network-Manager verwenden.

Das W-LAN in Betrieb ging es an die Updates. Ich konnte die verschiedenen Paketquellen einbinden, vorgegeben sind nun auch jene der Community mit wichtigen Paketen. YasT, das ja bekanntlich die eierlegende Wollmilchsau unter SuSE für Systemeinrichtung und Paektinstallation ist, zeigte sich hier zwar sehr behäbig, aber die Updates waren letztlich problemlos aufzuspielen.

Anschließend startete ich Unison, um meinen Arbeitsordner auf unserem Server mit meinem Home-Verzeichnis zu synchronisieren. In einem ersten Lauf legte Unison selbstständig neue Verzeichnisse an und kopierte die Daten dort hinein. Nachdem ich die Dateien von Hand verschoben hatte, schlug mir Unison vor, die gelöschten (?) Dateien auch auf dem Server zu löschen. Dieses Verhalten zeigt Unison nur unter SuSE, nicht unter den anderen von mir eingesetzten Distributionen. Wo der Grund für dieses Verhalten liegt, vermag ich nicht zu sagen.

Nachdem ich Internet und Mail eingerichtet hatte, wollte ich an die Arbeit gehen. Open Office, so war es zu lesen, würde nun sehr viel schneller starten. Doch genau das tat es bei mir nicht. Nichts startete schnell. Nicht der Konquerer, nicht Open Office, nicht Firefox. Das System schlich so dahin.

Nach einem Neustart stellte ich zudem fest, dass SuSE zwar die bereits vorhandenen Linux-Distributionen erkannt hatte, doch recht eigenwillig mit dem Grub umging. So packte es nicht alle Distributionen in einen Grub, sondern arbeitete mit Chainloader. Das ist im Grunde nicht schlimm, doch SuSE tat dies, indem es die menu.lst anderer Distributionen eigenmächtig und ohne Nachfrage in deren Partition schrieb. Mit anderen Worten, SuSE schrieb, wohin es nicht hätte schreiben dürfen. Dabei machte es auch noch einen Fehler, so dass die anderen Systeme nicht mehr starteten. Erst eine Live-CD und manueller Eingriff brachte eine Besserung.

Gut gelöst, und dies war eines der wenigen Highlights, war der Import bestehender User aus anderen Systemen. Einschließlich ID und Gruppenzugehörigkeiten wurden diese auf Wunsch komplett übernommen.

Ein letzter Minuspunkt, ehe ich SuSE seinem Schicksal überließ, war das neue Menü. Es ist unübersichtlich und muss erst einmal von Hand editiert und aufgeräumt werden, damit rasches Arbeiten möglich ist. Nachdem das LAN auch nach einer Stunde nicht ging, gab ich jedoch auf.

Zum Vergleich: Vor drei Wochen wurde auf dem gleichen Gerät in einer separaten Partition PCLinuxOS installiert, ein Derivat von Mandriva. Diese Distribution erschien Mitte des Jahres, ist also einige Monate älter als SuSE. Die Installation erkannte sofort das W-LAN und LAN, überließ mir die Wahl, wie und wo ich den Grub installieren möchte und arbeitet bei weitem schneller als SuSE.

Aus einem Forum weiß ich, dass ich nicht der einzige User mit diesen Problemen bin. SuSE 10.3 setzt den traurigen Niedergang einer einstmals sehr guten Distribution fort. Selten hat mich ein neues Release derart enttäuscht wie dieses. Erstaunlich war, dass selbst die Beta von Ubuntu Gutsy 32 Bit heute besser und schneller zu installieren war. Auch hier war das W-LAN sofort einsatzbereit, der Grub erkannte die verschiedenen Betriebssysteme und band sie korrekt ein. Vielleicht hätte man nicht vor den anderen Herstellern, dafür aber mit einer ausgereiften und gründlich getesteten Distribution auf den Markt kommen sollen.

Noch ist SuSE drauf. Aber nur, weil in wenigen Tagen Mandriva erscheint. Dann wird die SuSE-Partition gelöscht und das OS durch Mandriva ersetzt. Mögen die Linux-Götter geben, dass die Franzosen bessere Arbeit abliefern als SuSE. Denn auch Mandriva hat einen Erfolg nötig.

 

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