Computerbild in der Krise

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Als die iPad- App der Computerbild Spiele erschien, wurde sie sofort mit Lob überschüttet. Zu einem guten Preis gab es nicht nur eine multimediale Ausgabe der CBS mit Videos, Sound und Bild-Galerien, sondern auch Vollversionen für PC und iPad zum Download. 

Es war im Grunde ein Musterbeispiel, wie eine Magazin-App auf dem iPad auszusehen hat. 

Dann begann der Niedergang.

Erst wurde das jeweilige iPad-Spiel nicht mehr zum Download angeboten, sondern in die jeweilige Ausgabe integriert. Wollte man das Spiel dauerhaft spielen, musste man knapp 600 MB auf dem iPad lassen. Bei einem Gerät mit nicht-erweiterbarem Speicher eine Zumutung. 

 

Anschließend nahm die Redaktion dem Kunden die Möglichkeit, zwischen Breit- und Hochbild umzuschalten; Breitbild war nun Pflicht. 

Die Proteste im App-Store blieben ungehört. Mehr noch; der Niedergang ging weiter.

Als nächstes strich man die reguläre Ausgabe sowie die Vollversionen. Was nun bleibt ist eine wöchentlich erscheinende Mini-Ausgabe. Zwar noch immer multimedial, aber eben nur eine mickrige Variante dessen, was die App einst war.

Die Bewertungen und Kommentare drücken den Zorn der User aus; kehrt die Redaktion nicht zum alten Modell zurück, sehe ich keine große Hoffnung für das, was einst die Computerbild Spiele-App war.

Grund für all diese Maßnahmen ist das liebe Geld, denn die Computerbild-Abteilung fährt offenbar Verluste ein. Sparen wird zum Zwang; die gesamte Redaktion soll in eine GmbH ohne Tarifbindung ausgelagert werden.

Dagegen laufen die Redakteure Sturm, die Gewerkschaften haben sich eingeschaltet und Entlassungen schwirren durch die Luft. Bei Springer mag man wohl keine Verluste und nicht wenige fürchten, dass diese Auslagerung der Anfang vom Ende sein wird; auch im gedruckten Bereich.

Sparmaßnahmen sind oft der erste Schritt, wenn die Finanzen knapp werden. Sie sind jedoch meist auch der nächste Schritt auf dem Weg in den Untergang. Denn mit Sparmaßnahmen gehen oft Einschränkungen für den Kunden einher, so dass sich dieser nach Alternativen umschaut. Die Verkäufe brechen ein, die Totenglocke beginnt ihren trübsinnigen Gesang.

Nun gibt es sicher Unternehmen, die sparen müssen - einfach, weil keine Reserven da sind.

Bei Springer ist dies sicherlich nicht der Fall. Hier könnte man Gelder in eine für den Kunden hoch attraktive Neuausrichtung stecken, statt eine Sparte zu Tode zu sparen.

Dass dies nicht geschieht und der Niedergang bereits eingeläutet wurde, lässt einen Schluss zu - dem Verlag liegt nichts an dieser Thematik.

Offenbar möchte man sich lieber auf gewinnbringende Medien konzentrieren und versucht, sich elegant aus der Affäre zu ziehen. Ist die CB-Sparte ausgelagert, da bin ich recht sicher, werden wir in absehbarer Zeit den Verkauf der Sparte erleben. Oder das Ende. Denn Sparzwänge und damit einhergehende Einschränkungen toleriert der Kunde nicht. Bei einem breiten Angebot von Medien ist der Kampf hart; das mussten schon andere Verlage erleben. Wer denkt nicht an den traurigen Niedergang der Powerplay vor einigen Jahren?

Die iPad-App wurde bereits auf den Hund geritten; die gedruckte Ausgabe blieb bislang verschont. Aber wie lange noch?

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