Ubisoft. Oder: Der Dumme ist der ehrliche Kunde

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Suchen wir für unseren Sohn ein Geburtstagsgeschenk, schauen wir zuerst in Richtung Computerspiele, denn neben dem Lesen (oder hören) spannender Bücher ist dies sein zweites, großes Hobby.

Nachdem er bereits die ersten vier Anno-Teile hat, wollten wir ihm nun den neuesten Spross dieser Serie kaufen - Anno 2070. Ein Blick in die Bewertungen von Amazon belehrte uns aber rasch eines Besseren - offenbar ist das Spiel oftmals nahezu unbrauchbar.

Um es wirklich vollständig nutzen zu können, benötigt es eine Verbindung zu den Servern von Ubisoft. Und eben diese Server sind völlig unzureichend dimensioniert, so dass es zu Ausfällen kommt. Im Klartext - Kunden, die das Spiel erworben haben, können es nicht spielen, weil der Kopierschutz den Server nicht findet.

Bei Amazon gibt es unzählige wütende Kommentare hierzu. Der Preis ist dort inzwischen auf unter 40 Euro gefallen - und das bei einem solchen Top-Titel. Kein Wunder - wer möchte schon Geld ausgeben, wenn er das Produkt anschließend nur eingeschränkt nutzen kann?

Es ist nicht das erste Mal, dass Ubisoft mit dieser fragwürdigen Methode Kunden verärgert. Haben sie daraus gelernt?

Nein!

Sie setzen weiterhin auf Maßreglung und Einschränkungen der ehrlichen Kunden. Jene, die das Spiel schwarz aus dem Netz ziehen, sind von solchen Einschränkungen natürlich nicht betroffen - also genau jene, denen Ubisoft das Wasser abgraben will, profitieren am Ende.

Bedenklich ist auch, dass diese Form des Kopierschutzes keinen Einfluss auf die Wertung in namhaften Magazinen hat.

Warum? Wie kann ein Magazin einen Titel hoch bewerten, der in den Feierabendzeiten oder am Wochenende unspielbar ist?

Vermutlich fehlt den Magazinen hier der Mut - spätestens seit dem Ende von PC Powerplay nach deren Kritik an Gothic 3 sind die Verlage zu Huren der Industrie verkommen. Abhängig von Anzeigen und Pressemustern können sie es sich nicht erlauben, tatsächlich fair und unabhängig zu bewerten. Entsprechend dem findet man Jubel dort, wo er nicht angebracht ist - ein Grund, warum wir keine dieser Hefte mehr lesen. Wozu soll ich Geld für ein Magazin ausgeben, das von Jubelpersern geschrieben wurde?

Zurück zu Ubisoft.

Die Unsitte, Käufer mit restriktiven Maßnahmen zu gängeln ist sicherlich keine Erfindung dieses Publishers. Aber Ubisoft hat die Kundenunfreundlichkeit zu einer Kunst erhoben wie kaum einer zuvor.Ihnen ist es egal, was der Kunde denkt. So lange er seine Kohle rüberschiebt und die Schnauze hält, ist alles in Ordnung. "Friss oder stirb" - fertig. 

Dem Kunden bleibt nur eines – die Spiele dieses Publishers in den Regalen vermodern zu lassen. Dies ist die einzige Macht, die der Kunde hat. Kauft niemand die Produkte, muss Ubisoft umdenken.

Wir jedenfalls haben uns für das Spiel eines Mitbewerbers entschieden - und auch der neue Teil von Assassins Creed, eigentlich schon auf der Wunschliste ganz oben, ist von eben dieser Liste gestrichen worden. So wie alle anderen Titel von Ubisoft.

Je mehr Leute Ubisoft boykottieren, um so schneller müssen die Verantwortlichen dort reagieren. 

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