Playstation 4 - Goldesel Spieler

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Es war ein großer Hype, als Sony die kommende Generation seiner Konsole vorstellte. Obwohl es die Konsole nicht zu sehen gab, sondern nur den neuen Controller sowie ein paar Spiele. Aber war der große Hype berechtigt?

Sicherlich, die eingeschworenen Fans - jene, die bei Facebook laut plärren, dass die Playstation besser sei als die XBox - werden auch diese Präsentation mit leuchtenden Augen verfolgt haben. Das sind jene, die willenlos ihr Geld zücken, wenn es Neuerungen gibt.

Das Gros dürfte jedoch mehr als nur einmal die Stirne gerunzelt haben. Auch wenn die Hardware größer, neuer und schöner ist, hat die neue Playstation doch zwei große Nachteile.

  1. Keine echte Abwärtskompatibilität.
    Es ist ja schön, dass ein neuer Prozessor den Spielen künftig Leben einhaucht. Wenn dies aber bedeutet, dass ich all meine PS3-Spiele nicht wie bisher spielen kann, ist das ein enormes Manko. Schließlich habe ich viel Geld in die Spiele investiert – und nicht jeder verkauft, verschenkt oder archiviert die Spiele nach dem ersten Zocken. Manches spielt man wieder und wieder; vor allem, wenn es Multiplayer-Titel sind.
    Wer seine alten Games spielen möchte, muss künftig zwei Konsolen vor dem TV-Gerät stehen haben; eine PS3 und eine PS4.
    Das ist in meinen Augen äußerst ungut. Nicht wenige werden darüber nachgedacht haben, die PS3 zu verkaufen, um so einen Teil des Neupreises für die nächste Generation zu sparen. Das geht aber nicht, will man die alten Titel behalten.
    Die Überlegung, ob man seine alten Spiele irgendwie streamen kann, wurde im Web formuliert. Aber weder ist dies eine echte Lösung, noch wird dies Sony kostenlos anbieten. Das bedeutet, dass Spieler eventuell erneut in die Tasche greifen müssen, wollen sie ihre bereits erworbenen Spiele weiterhin genießen.
  2. Kaum Spiele auf Silberling!
    Sony kündigte an, die meisten Spiele per Download zu vertreiben. Nur "einige Spiele!" werden auf Disc erscheinen.
    Der Hintergrund ist klar - Downloads lassen sich schwer oder gar nicht verkaufen, der Gebrauchtmarkt wird so eingedämmt. Da die Playstation 4 jedoch mit Grafik und Kraft protzt, werden die meisten Titel nicht gerade klein sein; viele Gigabyte an Daten müssen über das Netz geladen werden. Das mag für User von VDSL kein Problem sein, aber viele Leute haben auch im Jahr 2013 noch immer niedrigere Geschwindigkeiten. Sie müssen lange warten, ehe sie spielen können. Da hilft es auch wenig, wenn man den Kauf via App von Schule oder Büro starten kann. Zwar würde dann der Download zu Hause beginnen, aber dazu müsste das Gerät ständig laufen; bei immer höheren Strompreisen macht auch dies keine Freude. Die Zeiten, wo man einfach auf dem Nachhauseweg bei Media Markt oder REAL vorbeifährt und sich das neue Spiel kauft, sind vorbei.
    Und die Zeiten, in denen man ein Spiel nach dem Zocken weiterverkauft, sind es wohl auch. Denn hier ist die Rechtslage noch immer nicht eindeutig, Downloads lassen sich in der Regel nicht verkaufen, sondern sind an den User gebunden. Damit entfällt einer der großen Vorteile, den die Konsole gegenüber dem PC hatte. Dort ist dank Steam und anderen Anbietern eine Bindung und der Kauf per Download schon lange üblich. Aber gerade das bewog viele Spieler, lieber zur Konsole zu greifen.

 

Man kann es drehen und wenden, wie man will - hinter all den schönen Worten und der neuen Hardware versteckt sich nur eines - die pure Gier, die aus dem Spieler einen Goldesel machen will. Einen Goldesel, aus dem man auch den letzten Groschen pressen kann, den er vielleicht ausgeben möchte. Weder die Art, wie Spiele vertrieben werden noch der Umgang mit PS3-Spielen ist auch nur im Entferntesten Kundenfreundlich. Es geht nicht um den Kunden, um den Gamer, sondern es geht darum, unnötig viel Geld einzutreiben. Und das ist ein ganz schlechter Schachzug von Sony!

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