Umstieg von Windows XP -- Teil 1

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Das Ende von Windows XP dräut bereits seit einer ganzen Weile. Mit dem Ende des Supports dieses alten, aber noch immer beliebten Systems wird XP quasi zum Freiwild für Angriffe, denn jede gefundene Sicherheitslücke kann von böswilligen Subjekten ausgenutzt werden; Microsoft wird keine Lücken mehr stopfen und keine Sicherheitsupdates mehr anbieten.  

Da inzwischen mit Windows 8.1 der dritte Nachfolger in den Läden steht und XP kaum noch mit modernen Systemen Schritt halten kann, ist diese Entscheidung Microsofts nachvollziehbar. Das ändert natürlich nichts daran, dass viele User vor der schwierigen Frage stehen, wie es nun weitergehen soll.  

Ein neues Windows, in Frage kommen Windows 7 oder Windows 8.1, lässt sich nur schwer auf alten Rechnern installieren, denn deren Leistungsvermögen reicht nicht aus. Vor allem der Arbeitsspeicher ist oft ein kritischer Faktor, denn die alten Riegel sind – wenn überhaupt – nur zu sehr hohen Preisen zu bekommen.  

Diese Problematik stellt vor allem jene User vor ein Problem, die nicht mal eben ein paar Hundert Euro für einen neuen PC mit einem aktuellen Betriebssystem ausgeben können.   

Was also tun?  

Eine Alternative ist sicherlich Linux, denn zum einen erhält man ein aktuelles und sicheres Linux-System quasi umsonst, zum anderen lässt sich dies auch auf älteren Rechnern installieren.  

Ehe nun einige Leser diesen Artikel schließen, weil sie eventuell befürchten, von Linux überfordert zu sein – lesen Sie weiter! Sie werden sehen, dass  die Zeiten, in denen Linux etwas für Freaks und Bastler war, längst der Vergangenheit angehören. Ja, ich behaupte gar, dass eine Linux-Installation leichter ist als eine Windows-Installation!  

Also lesen Sie getrost weiter, es lohnt sich! Zumal der Artikel ein guter Anfang ist, sich mit dem neuen System vertraut zu machen :-) 

Wenn ich an dieser Stelle von Linux spreche, so muss erwähnt werden, dass es nicht das Linux gibt. Da es sich um ein offenes System handelt, können Anbieter ihre eigenen Versionen – Distributionen genannt – erstellen und anbieten.  

Von diesen Distributionen gibt es unzählige, und ich werde an dieser Stelle nicht einmal den Versuch machen, sie aufzuzählen und ihre Unterschiede zu erklären. Wichtig für User, die Windows XP gegen ein anderes System tauschen müssen, ist nur eines – welches Linux ist einfach zu bedienen, ähnelt meinem bisherigen System und bietet den meisten Komfort?  

Schaut man sich in der aktuellen Linux-Welt um, so fällt uns die Antwort leicht: Linux Mint! 

Installiert man dieses Linux, hat man nach knapp 40 Minuten ein System, das deutlich mehr kann, als eine frische Windows 8.1-Installation.  

Nach der Installation kann man: 

  • Musik in beliebigen Formaten abspielen, auch mp3 etc.  
  • Filme in beliebigen Formaten abspielen. Selbst Flash-Filme funktionieren sofort! 
  • Auf Webseiten surfen und dabei auch Youtube etc. nutzen, denn der Flash-Player ist installiert!  
  • Sein Mailkonto einrichten. 
  • Mit Libre Office Dateien, die mit MS Office erstellt wurden, bearbeiten oder neu erstellen.  
  • Fotos nahezu professionell bearbeiten.  
  • Über verschiedene Chat-Anbieter mit Freunden kommunizieren.  
  • Eine DVD ins Laufwerk schieben und einen Film, geliehen oder gekauft, schauen.  

Oder anders gesagt – mit Linux Mint erhält man ein umfassendes System mit allen notwendigen Codecs und Erweiterungen, um nicht länger über verschiedene Formate bei Musik und Filmen nachdenken zu müssen.  

Grund ist, dass die Macher bereits alle notwendigen Erweiterungen in das System einbinden, um dem Nutzer einen umfassenden Zugang zu bieten.  

Da dies weder Microsoft noch die meisten anderen Linux-Varianten tun, ist Mint hier klar im Vorteil; vor allem Umsteiger aus der Windows-Welt freuen sich über diese Lässigkeit!  

Da Linux Mint zudem kostenfrei zum Download bereit steht, in Version 13 auf älteren Maschinen läuft und zudem bis 2017 mit Sicherheitsupdates versorgt wird, ist dies unserer Meinung nach das System der Wahl für alle, die nun gezwungen werden, Windows XP aus ihrem Leben zu verbannen.  

Da Umsteiger noch ein paar Tage Zeit haben, beende ich den ersten von mehreren Artikeln an diese Stelle und lege jenen, die nun neugierig wurden, ans Herz, sich durch einen Klick auf diesen Link die von mir beworbene Mint-Version auf den Rechner zu laden und das Image zu brennen.  

Sollte der PC von DVD starten, spricht nichts dagegen, dies zu tun; Linux Mint bietet ein Live-System. Ohne das Windows auf der Festplatte anzutasten kann man sich so vorab einen kleinen Eindruck von dem verschaffen, was da auf einen wartet.  

Und keine Angst – solange Sie nicht auf „Installation“ klicken, ist Ihr Windows nach einem Neustart des Systems wieder da! Vergessen Sie nur nicht, die DVD zuvor aus dem Laufwerk zu nehmen ;-)  

Im nächsten Teil: Linux Mint – die ersten Schritte. 

(Bild: Screenshot einer frischen Linux Mint-Installation)

1 Kommentar

Ralf Benfer
Kommentar 1
03.05.14 / 20:05 Uhr
Mal eine Frage: mein Netbook hat keinen Brenner. Wie gehe ich mit der iso-Datei bezüglich eines USB-Sticks um? Oder gibt es noch eine andere Möglichkeit?
Kommentar:

Hallo,
hier gibt es eine gute Anleitung, die Schritte sind einfach:
http://community.linuxmint.com/tutorial/view/744

Beste Grüße

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