Windows 8.1 Update - ein Blick auf ein anderes Windows

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Seit gestern steht das große Update für Windows 8.1 bereit, welches noch einmal die Bedienung des PCs per Maus und Tastatur vereinfachen soll.

Die Größe des Downloads beträgt knapp 900 MB. Obwohl gestern sicherlich sehr viele User das Update installiert haben, blieben die Server von Micrsofot zumindest gegen 20:00 Uhr stabil; in dieser Zeit installierten wir das Update.

Schon in den letzten Wochen hörte man viel von den Neuerungen, denn immer mal wieder sickerte etwas durch. Hier darum die wohl wichtigsten Punkte:

  • Apps können über das von Windows bekannte X in der rechten Ecke geschlossen werden.
  • Apps werden in der Taskleiste angezeigt und können auch dort als Verknüpfung angeheftet werden.
  • Die Taskeiste ist auch im Kachel-Screen zu sehen.
  • Ein Button, um den Rechner auszuschalten, ist nun direkt im Kachel-Screen zu sehen.
  • Ein Rechtsklick auf eine Kachel öffnet ein Kontextmenü, in dem diverse Einstellungen vorgenommen werden können.
  • Mit gedrückter Strg.-Taste lassen sich mehrere Kacheln markieren und über einen Rechsklick gemeinsam ändern.
  • Bessere Performance.

Microsoft tut sehr viel, um den klassischen PC-User zu erfreuen. Mehr und mehr wird Windows auf diese Weise zu seinem seltsamen Hybrid-OS, das sich auf jedem System heimisch fühlen soll.

 

Im Grunde ist es das, was User wollen - zumindest, wenn man den diversen Medien glaubt. Ich hingegen glaube, dass die Ablehnung von Windows 8 seitens der User nicht auf dem vermeintlich ach so schlechten Design oder einer Unbedienbarkeit mit Maus und Tastatur geschuldet ist, sondern der durchgehend negativen Presse.

Wir gehörten zu den ersten Umsteigern, da wir das sehr günstige Angebot von knapp 30 Euro wahrnahmen, mit welchen Microsoft seinerzeit Umsteiger lockte. Damals, noch vor Windows 8.1, war die Bedienung gewöhnungsbedürftig, nicht aber unmöglich. Dennoch griff ich damals zu Classic Shell, denn ich wollte mich nicht umstellen.

So lautete mein Urteil im Test seinerzeit:

Bleibt am Ende die Frage, ob ein Umstieg auf Windows 8 sinnvoll ist oder nicht. Wer bereits Windows 7 einsetzt und damit zufrieden ist, findet bei Windows 8 kein Feature, das ihn zum Umstieg zwingen würde. Der neue Look ist eine nette Spielerei, auf Computern ohne Touch-Steuerung jedoch recht witzlos. Und auch die Apps sind nett, aber eben nicht mehr. Das kleine Performance-Plus kann auch subjektiv sein, so dass ich es nicht als Kaufargument anführen kann.

Anders sieht es bei Usern von Windows XP aus, denn sie werden mit einem neuen, modernen System belohnt, das man dank kostenfreier Tools gut anpassen kann. Schon Windows 7 war schneller als Windows XP; so dass diese User spürbar an Performance gewinnen.

Wer ein Windows 8-Tablet besitzt, wird ebenfalls gerne umsteigen, denn Look and Feel sind identisch, dank Microsoft-Account lassen sich viele Dinge synchron halten und die Einarbeitungszeit fällt nicht ins Gewicht.

Mein Fazit lautet, dass ich mit Windows 8 kaum etwas gewonnen habe, dank Classic Shell aber auch nichts vermisse und weiß, dass mein System einige Jahre mit Updates versorgt werden wird. Das war mir die 29,99 Euro wert ...

Etliche Monate später zog ein Surface ein, und hier spielt die Oberfläche von Windows 8 ihre Stärke aus; zu dieser Zeit löste ich mich auf dem PC von Classic Shell und arbeitete ausschließlich mit Metro und Desktop. Inzwischen bediene ich den PC nicht weniger effizien und nicht eine Spur langsamer, als ich es unter Windos 7 tat.

Ja, Windows 8 verlangt vom User etwas Umstellung. Aber dank Tablets und Smartphones ist diese viel geringer, als es uns die diversen Medien erzählen. Von diesen angestachelt verweigerten die erschreckten User Windows 8 dennoch die Gefolgschaft. Wobei dies allein wahrscheinlich nicht der Grund für die schlechten Verkaufszahlen sein dürfte.

Windows XP war sehr lange auf dem Markt, ehe mit Windows 7 ein würdiger Nachfolger das Licht der EDV-Welt erblickte.

Zwischen Windows 7 und Windows 8 hingegen lag sehr wenig Zeit; viele User benötigten kein Update. Dass zudem die Verkäufe im PC-Markt einbrachen, schiebe ich nicht allein auf Windows 8. Es war die Zeit der Tablets und jeder glaubte, mit einem Gerät für 300 Euro einen PC ersetzen zu können. Nicht wenige Medien titelten schon, wie befänden uns in der Post-PC-Ära.
Das ist natürlich Unfug, wie ich glaubte und glaube, denn gerade erst erschienen Word und Co. für das iPad; dennoch wird niemand ernsthaft professionell mit dem iPad im Büro arbeiten, Bilder bearbeiten, Webseiten programmieren oder CAD-Anwendungen ausführen. Sicher, man kann das in eingeschränktem Maße tun. Aber es sind eher kleinere Aufgaben, die man z.B. im Zug erledigt.

Die Medienschelte, die Angst der User vor etwas Neuem sowie der Glaube, die Tablets würden die PCs ablösen führten zu den schlechten Ergebnissen. Windows 8 selbst trug imho eine geringe Schuld; hätte man dem Systme eine Chance gegeben.

Microsoft indes musste etwas tun. Mit Windows 8.1 kamen sie der Presse entgegen und vereinfachten die Bedienung für User, die mit Maus und Tastatur vor dem Monitor saßen.

Dies ging vielen Magazin-Autoren noch nicht weit genug; schließich hatten sie einen Sieg über Microsoft errungen, und den galt es auszukosten. Daher also nun Windows 8.1 Update, welches Maus und Tastatur noch weiter entgegenkommt.

Interessant ist, dass ich von den neuen Möglichkeiten bislang keinen Gebrauch machte. Die Bedineung von 8.1 ging mir in Fleisch und Blut über, ich weiß genau, wie ich eine Kachel schließe und zwischen Desktop-Programmen und Apps wechsele. Es geht mir so flüssig von der Hand, wie zuvor der Umgang mit dem Startmenü - wozu also sollte ich mich erneut umgewöhnen?

So wie mir wird es sicherlich etlichen Usern gehen, die sich nicht haben abschrecken lassen und entdeckten, dass Windows 8 eigentlich ein guter Kompromiss ist, will man ein OS auf jedem Gerät nutzen. Wir arbeiten schnell und zügig und brauchen kaum etwas von dem, was uns das große Update an Segnungen auf die Platte bringt.

Bleibt also der Neukunde. Jenes in die Enge getriebene Individuum, welches von Windows XP weg, hin zu einem von den Medien verfluchten System wechseln muss. Sie können dank des Updates aufatmem, denn sie können auch weiterhin einigermaßen produktiv arbeiten, ohne sich auf ein Systme einlassne zu müssen, das sie auf dem Tablet längst verinnerlicht haben.

Gewiss, von einer besseren Performance profitiere auch ich. Aber sonst ...? Und es kommt noch schlimmer - Microsoft hat bereits die Rückkehr des Startmenüs angekündigt.

Na, dann kann ja nichts mehr schiefgehen und selbst die Medien dürfen wieder lachen. Sie bekommen ihren Willen und das Betriebssystem kehrt ins letzte Jahrzehnt zurück. Was eigentlich gut ist für die Medien, denn auch darüber können sie dann schimpfen!

 

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